Das Hubble Teleskop lässt wohl trotz seines Alters von 20 Jahren das Herz eines jeden Hobby-Astronomen höher schlagen, in wenigen Jahren wird es aber wohl außer Dienst gestellt werden. Im Folgenden gibt es die wichtigsten Infos und Hintergründe zum Hubble Teleskop.
Erste Pläne, ein Teleskop ins Weltraum zu schicken und von dort aus Weltraum Fotografie auf höchstem Niveau zu machen, kamen schon in den 1940er und 1950er Jahren auf, wurden aber erst in den 1960ern erstmals wirklich ernst genommen. Eines der ersten Teleskope außerhalb unseres Planeten war das OAO-1, das von der NASA im Jahr 1966 in die Erdumlaufbahn gebracht wurde und von dort erstmals beeindruckende Bilder der Erdoberfläche lieferte. Durch den Erfolg des Projekts bestärkt, wagten sich die Wissenschaftler langsam an die Realisierung eines echten Weltraumteleskops, das Projekt lief damals unter dem Namen Large Space Telescope.
Der ursprünglich von der NASA geplante Prototyp sollte aus einem 1,5 Meter großen Satellit mit einem angebauten 3 Meter Teleskop bestehen, wurde jedoch vom US-Kongress im Jahr 1974 als zu teuer abgelehnt. Die veranschlagten Kosten waren mit 500 Millionen Euro einfach zu teuer, der NASA wurde auferlegt, ein kleineres Weltraumteleskop um rund 300 Millionen Euro zu bauen. Die NASA schloss sich daraufhin mit der ESA zusammen, die ESA trug 15 Prozent der Kosten und durfte dafür einen ausgemachten Anteil der Beobachtungszeit für sich in Anspruch nehmen. Durch verschiedene Probleme, vor allem finanzielle Streitigkeiten zwischen NASA und Kongress und aufgrund der beschränkten Transportkapazität der Space-Shuttle mussten die Pläne immer wieder geändert werden. Dazu kam noch die Challenger Katastrophe, die dazu führte, dass vier Jahre lang kein Space Shuttle starten durfte.
Erst im Jahr 1990 startete das Space Shuttle mit dem inzwischen in Hubble Teleskop umbenannten Weltraumteleskop. Es wurde in einer Höhe von 600 Kilometern über der Erde ausgesetzt, allerdings lieferte das Teleskop nicht die gewünschte Bildqualität und lieferte nur unscharfe Bilder zur Erde. Die NASA arbeitete auf Hochdruck an der Lösung der mehr als peinlichen Panne und nach wenigen Wochen war klar, dass der Hauptspiegel des Teleskops falsch geschliffen worden war.
Ein weiterer Einsatz des Space Shuttle war erforderlich, um die falsch geschliffene Linse mithilfe des sogenannten COSTAR-Systems auszubessern. Es folgten weitere Außeneinsätze von US-Astronauten, die insgesamt 24 Stunden außerhalb des Space Shuttles verbrachten, um das Teleskop richtig zu kallibrieren und das gesamte System zu verbessern. So wurden unter anderem die Energieversorgung, die Antennen, der Computer und die Verkabelung repariert und teilweise ausgetauscht.
Insgesamt erfolgten sechs Missionen mit Außeneinsätzen, um das Hubble Teleskop zu reparieren oder zu erneuern. Im Moment verfügt das Hubble Teleskop über vier Hochleistungskameras und diverse Spezialkameras, wie etwa der Faint Object Camera, die ultraviolettes Licht aufnehmen kann. Nach der ersten Reparatur lieferte das Teleskop endlich die erwünschte Bildqualität und machte beeindruckende Aufnahmen von weit entfernten Galaxien und Planeten. Es soll planmäßig bis zum Jahr 2014 in Dienst bleiben und danach von einem moderneren und leistungsfähigeren Weltraumteleskop abgelöst werden.
Hobbyfotografen können übrigens auch mithilfe eines normalen Teleskopes beeindruckende Bilder von Mond und Milchstrasse machen. Man braucht nur entsprechende Adapter für das Teleskop, und schon kanns losgehen.